Trainingsplan

Trainingsplan Muskelaufbau zuhause: 3 Tage Ganzkörper ohne Geräte

Für Muskelaufbau zuhause können drei Ganzkörpereinheiten pro Woche mit je 35 bis 45 Minuten reichen, auch ganz ohne Geräte. Hier bekommst du den kompletten Plan, die vier Stellschrauben, auf die es laut Studien ankommt, und eine Übersicht, welcher unserer Pläne zu deinem Stand passt.

Trainingspläne 9 Min. Lesezeit Aktualisiert am
Titelkarte: Trainingsplan Muskelaufbau zuhause – 3 Tage Ganzkörper ohne Geräte

Das Wichtigste in Kürze

  • Jede große Muskelgruppe mindestens zweimal pro Woche trainieren: Das brachte in einer Meta-Analyse mehr Muskelwachstum als einmal pro Woche (Schoenfeld et al., 2016).
  • Mehr wöchentliche Sätze gingen in einer Meta-Analyse mit 15 Studien mit mehr Muskelwachstum einher (Schoenfeld et al., 2017).
  • Muskeln wachsen mit leichten und schweren Lasten ähnlich, wenn die Sätze bis zur Erschöpfung gehen (Schoenfeld et al., 2017; Lopez et al., 2021). Deshalb kann auch Training mit dem eigenen Körpergewicht Muskeln aufbauen.
  • Mehr als etwa 1,6 g Eiweiß pro kg Körpergewicht und Tag brachte in einer Meta-Analyse keinen zusätzlichen Zuwachs an fettfreier Masse (Morton et al., 2018).

Welcher Trainingsplan passt zu dir?

Unsere Pläne nach Erfahrung und Zeit
Dein StandTage pro WochePassender Plan
Neu im Krafttraining oder lange Pause3Trainingsplan für Anfänger: 4 Wochen
Übungen sitzen, du willst gezielt Muskeln aufbauen3dieser Plan (Ganzkörper A/B)
Mehr als sechs Monate regelmäßig dabei4Trainingsplan für Fortgeschrittene
60 Jahre oder älter2 + GleichgewichtKrafttraining für Ältere

Die vier Stellschrauben für Muskelaufbau

  1. Häufigkeit: jeder Muskel zweimal pro Woche

    In einer Meta-Analyse mit zehn Studien führte zweimal pro Woche Training je Muskelgruppe zu mehr Muskelwachstum als einmal pro Woche; ob dreimal noch besser ist, ist offen (Schoenfeld et al., 2016). Ein Ganzkörperplan an drei Tagen erfüllt das automatisch.

  2. Umfang: genug Sätze pro Woche

    Mehr wöchentliche Sätze gingen mit mehr Muskelwachstum einher (Schoenfeld et al., 2017). Starte mit etwa sechs bis neun Sätzen pro Muskelgruppe und Woche und steigere erst, wenn du dich gut erholst.

  3. Anstrengung: nah an die Erschöpfung

    Leichte und schwere Lasten brachten ähnliches Muskelwachstum, wenn bis zur Erschöpfung trainiert wurde; für maximale Kraft sind schwere Lasten besser (Schoenfeld et al., 2017). Zuhause heißt das: Beende jeden Satz ein bis drei Wiederholungen vor dem Punkt, an dem nichts mehr geht.

  4. Steigerung: Woche für Woche etwas mehr

    Mehr Wiederholungen, ein Satz mehr, eine schwerere Variante oder langsameres Absenken. Wie das ohne Gewichte geht, erklärt Progressive Overload zuhause.

Der Plan: Ganzkörper A und B an drei Tagen

Du trainierst Montag, Mittwoch und Freitag und wechselst zwischen A und B: Woche 1 A-B-A, Woche 2 B-A-B. Zwischen den Einheiten liegt immer ein Ruhetag. Wärm dich vorher fünf Minuten auf, zum Beispiel wie in Aufwärmen vor dem Training.

Ganzkörper A
ÜbungSätzeWiederholungenLeichter / schwerer
Kniebeuge312–20an einen Stuhl setzen / langsam, 3 Sek. runter
Liegestütz38–15an der Wand oder auf den Knien / Füße erhöht
Rudern mit Band oder unter einem stabilen Tisch310–15Knie gebeugt / Beine gestreckt
Hüftheben (Glute Bridge)312–20beidbeinig / einbeinig
Unterarmstütz (Plank)320–45 Sek.auf den Knien / ein Bein anheben
Ganzkörper B
ÜbungSätzeWiederholungenLeichter / schwerer
Ausfallschritt nach hinten38–12 je Beinam Stuhl festhalten / hinterer Fuß auf dem Stuhl
Enge Liegestütze36–12an der Wand / langsam, 3 Sek. runter
Superman (Rücken)310–15nur Arme / Arme und Beine
Schulterdrücken mit Band oder Pike-Liegestütz38–12leichteres Band / Füße erhöht
Wadenheben315–25beidbeinig / einbeinig

Pausen: 60 bis 90 Sekunden zwischen den Sätzen. So kommt jede große Muskelgruppe pro Woche auf etwa sechs bis neun Sätze. Wenn du in allen Sätzen einer Übung das obere Ende der Wiederholungen schaffst, nimmst du in der nächsten Einheit die schwerere Variante.

So entwickelt sich der Plan über acht Wochen

Steigerung Woche für Woche
WochenWas sich ändert
1–2Technik festigen, jeder Satz mit ein bis drei Wiederholungen Reserve
3–4Wiederholungen steigern bis zum oberen Ende
5–6bei zwei Übungen pro Einheit einen vierten Satz
7schwerere Varianten oder stärkeres Band
8leichtere Woche: halbe Sätze, gleiche Übungen

Eiweiß und Schlaf: der Teil außerhalb des Trainings

Muskeln wachsen in der Erholung. In einer Meta-Analyse mit 49 Studien verstärkte zusätzliches Eiweiß die Zuwächse beim Krafttraining; über etwa 1,6 g pro kg Körpergewicht und Tag hinaus brachte es keinen weiteren Zuwachs an fettfreier Masse (Morton et al., 2018). Wie du das im Alltag erreichst, erklärt Protein-Grundlagen, zur Erholung siehe Regeneration und Schlaf.

Den Plan mit Kraftbogen und Bändern erweitern

Der Plan funktioniert ohne Geräte. Wer mehr Widerstand für Oberkörper und Rücken möchte, kann Bänder oder einen Kraftbogen ergänzen. Wir verkaufen den Kraftbogen und das Fitnessbänder-Set: Der Kraftbogen ist ein Arm- und Brusttrainer mit Federwiderstand von 30 bis 50 kg je nach Einrastposition; das Fitnessbänder-Set hat 11 Teile mit Griffen, zum Beispiel für das Rudern und Schulterdrücken im Plan. Die Studien auf dieser Seite untersuchen diese Geräte nicht.

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Häufige Fragen

Jede große Muskelgruppe mindestens zweimal pro Woche. Mit einem Ganzkörperplan an drei Tagen erreichst du das automatisch.

Ja. Muskeln wachsen auch mit leichten Lasten, wenn die Sätze nah an die Erschöpfung gehen. Liegestütze wirkten in einer Studie ähnlich wie Bankdrücken. Für Beine und Rücken helfen einbeinige Übungen und ein Widerstandsband.

Für den Anfang etwa sechs bis neun. Mehr Sätze gehen laut Meta-Analyse mit mehr Wachstum einher; steigere aber nur, wenn du dich gut erholst.

Das ist individuell. Kraft steigt oft in den ersten Wochen, sichtbare Veränderungen brauchen meist mehrere Monate regelmäßiges Training. Ein Plan, den du durchhältst, zählt mehr als der perfekte Plan.

Bei drei Tagen pro Woche ist Ganzkörper praktischer, weil jeder Muskel zweimal oder öfter drankommt. Ab vier Tagen passt ein Split wie im Plan für Fortgeschrittene.

Quellen

  1. Schoenfeld BJ, Ogborn D, Krieger JW (2016): Effects of Resistance Training Frequency on Measures of Muscle Hypertrophy: A Systematic Review and Meta-Analysis. Sports Medicine. DOI 10.1007/s40279-016-0543-8
  2. Schoenfeld BJ, Ogborn D, Krieger JW (2017): Dose-response relationship between weekly resistance training volume and increases in muscle mass: a systematic review and meta-analysis. Journal of Sports Sciences. DOI 10.1080/02640414.2016.1210197
  3. Schoenfeld BJ, Grgic J, Ogborn D, Krieger JW (2017): Strength and Hypertrophy Adaptations Between Low- vs. High-Load Resistance Training: A Systematic Review and Meta-analysis. Journal of Strength and Conditioning Research. DOI 10.1519/JSC.0000000000002200
  4. Lopez P et al. (2021): Resistance Training Load Effects on Muscle Hypertrophy and Strength Gain: Systematic Review and Network Meta-analysis. Medicine & Science in Sports & Exercise. DOI 10.1249/MSS.0000000000002585
  5. Kikuchi N, Nakazato K (2017): Low-load bench press and push-up induce similar muscle hypertrophy and strength gain. Journal of Exercise Science & Fitness. DOI 10.1016/j.jesf.2017.06.003
  6. Morton RW et al. (2018): A systematic review, meta-analysis and meta-regression of the effect of protein supplementation on resistance training-induced gains in muscle mass and strength in healthy adults. British Journal of Sports Medicine. DOI 10.1136/bjsports-2017-097608

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Schmerzen, Vorerkrankungen oder Unsicherheit sprich vor dem Training mit einer Ärztin oder einem Arzt.

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