Der Unterschied in einer Tabelle
| Echte Gynäkomastie | Pseudogynäkomastie (Lipomastie) | |
|---|---|---|
| Was ist vergrößert? | Drüsengewebe der Brust | Fettgewebe |
| Typische Ursachen | Ungleichgewicht zwischen Östrogen- und Androgenwirkung, zum Beispiel in der Pubertät, im Alter, durch Medikamente oder Erkrankungen | Höherer Körperfettanteil |
| Was hilft? | Richtet sich nach der Ursache, ärztlich zu klären | Körperfett insgesamt senken, Brustmuskel trainieren |
| Hilft Training? | Nein, nicht gegen das Drüsengewebe | Beim Fettanteil ja, vor allem über den ganzen Körper |
Wann du zum Arzt gehen solltest
Ob Drüse oder Fett, klärt eine ärztliche Untersuchung. Die Leitlinie der European Academy of Andrology beschreibt dafür eine gründliche Anamnese und die körperliche Untersuchung von Brust und Genitalbereich, je nach Befund ergänzt durch Laborwerte und Ultraschall. Ziel ist es, behandelbare Ursachen zu finden und die Gynäkomastie von anderen Knoten in der Brust abzugrenzen. Brustkrebs beim Mann ist deutlich seltener als eine gutartige Gynäkomastie, doch gerade deshalb gehört ein neuer Knoten in ärztliche Hände.
Was hinter einer echten Gynäkomastie stecken kann
Östrogene regen das Wachstum von Brustgewebe an, Androgene wie Testosteron bremsen es. Die meisten Fälle entstehen, wenn dieses Gleichgewicht kippt. Laut einer Übersichtsarbeit in Nature Reviews Endocrinology (2014) kommen dafür unter anderem infrage:
- Pubertät: Hier bildet sich die Vergrößerung häufig von selbst zurück.
- Medikamente: Manche Wirkstoffe können das Brustgewebe vergrößern. Setze Medikamente nie selbst ab, sondern sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
- Hormonelle Ursachen und Erkrankungen: zum Beispiel ein Testosteronmangel oder eine Überfunktion der Schilddrüse.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Manchmal reicht Abwarten, manchmal wird die Ursache behandelt oder ein Medikament umgestellt, und wenn sich nichts zurückbildet, kann eine Operation infrage kommen. Das entscheidest du gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Pseudogynäkomastie: Was du selbst tun kannst
Besteht die Brust vor allem aus Fett, kannst du selbst ansetzen. Fett an der Brust verlierst du kaum gezielt dort, sondern vor allem über den ganzen Körper, durch ein Kaloriendefizit und Bewegung. Brusttraining baut den Brustmuskel darunter auf. Zusammen mit weniger Körperfett kann die Brust dadurch straffer wirken.
Wie das im Alltag aussieht, welche Studien es zu gezieltem Fettabbau gibt und welche Übungen sinnvoll sind, liest du in Männerbrust loswerden: Was Training kann und was nicht.




